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Wie Düfte uns beeinflussen

Duftmarketing, Partnerwahl und co. – ein Duft kann uns unbewusst ganz schön manipulieren. Dennoch lohnt es sich hin und wieder mal der Nase nach zu urteilen.

Von Vanessa Votta

Der Geruchssinn ist nicht nur der älteste unserer entwickelten Sinne, sondern auch der Sinn, den wir als Neugeborene als erstes vollständig entwickeln. Ihm verdanken wir unbewusst so einiges. Viel öfter als wir glauben, vertrauen wir auf unseren Geruchssinn. Dieser beeinflusst unter anderem unser Kaufverhalten, sowie die Partnerwahl.

Wenn wir etwas riechen, entwickeln wir in Verbindung mit dem Duft sofort ein Gefühl. Diese Verbindung bleibt ein Leben lang bestehen und kann auch nicht mehr getrennt werden. Von Kindheit an bauen wir dadurch unsere Vorlieben und unsere Einstellung gegenüber gewissen Dingen auf. Deswegen erinnern uns viele Düfte auch an unserer Kindheit, denn im jungen Alter sind wir viel öfter mit neuen Gerüchen konfrontiert.

Das Riechen hat eine direkte Verbindung zu unserem Gehirn und unseren Gefühlen. Dort befindet sich die Verbindung zum Gedächtnis, das tiefe Erinnerungen und Emotionen auslöst. Gerüche werden deshalb als Veränderung der Empfindlichkeit wahrgenommen. Deswegen setzen viele Verkäufer auf Duftmarketing, um uns in eine Richtung oder zu einem Produkt zu lotsen.

Wer nach Feierabend schon einmal an einem Brezelkönigstand vorbeigegangen ist, weiss wie verlockend der Duft frisch gebackenen Brezeln sein kann. Das ist kein Zufall, sondern eine Marketingstrategie. Viele Geschäfte setzen auf Duftmarketing, ja sogar Banken. Einige Banken haben ihren eigenen Duft entwickelt, der in jeder Filiale schweizweit benutzt wird. Sie werden mit einem Duft ausgestattet, der auf die Kundschaft, Bank und das Image abgestimmt ist.

Wenn Mensch sich in einen Seifenshop begibt wird vom Gehirn erwartet, dass dieser Laden auch nach Seife riecht. Sollte das nicht der Fall sein ist der Mensch im ersten Moment überfordert und wird auch weniger wahrscheinlich etwas kaufen, da es für uns und unsere Nasen keinen Sinn ergibt. Und so geht es vielen Shops und Dienstleistern. Deswegen werden diese Marketingdüfte genau darauf zugeschnitten. In einer Studie wurde auch herausgefunden, dass warme Düfte das Kaufverhalten massiv beeinflussen, der Konsument neigt viel eher dazu Luxusgüter zu kaufen, wenn ein warmer Duft wie Vanille in der Luft liegt, im Gegensatz zu kühlen Düften, wie beispielsweise Eukalyptus.

Auch bei der Partnerwahl setzen wir auf unsere Duftrezeptoren, denn kein Mensch duftet wie der andere. Wir tragen in uns sogenannte MHC Gene, die beeinflussen wie wir riechen und was wir gerne riechen. Anhand dieser Gene selektieren wir unbewusst sexuelle Partner für die Fortpflanzung und entscheiden ob sie zu uns passen. Je mehr das MHC Gen einer anderen Person vom eigenen abweicht, desto attraktiver finden wir sie. Bei Männern erhöht das Abweichen sogar den Testosteronwert und seine Spermienzahl. 

Praktisch alle unsere Organe haben Riechrezeptoren und reagieren auf Duftstoffe. Sogar den Spermien helfen diese Rezeptoren bei der Geschwindigkeit und der Richtung auf dem Weg zur Eizelle. 

Auch parfümtechnisch wird uns seit vielen Jahren, so einiges geboten. Neue Ideen, die die Zukunft prägen werden und alte Düfte, die sich noch heute bewähren. Diese zwei Düfte könnten unterschiedlicher nicht sein, doch eines haben sie gemeinsam – sie sind revolutionär.

Chanel No. 5 

Chanel No. 5 ist ein Klassiker, der schon seit fast 100 Jahren in Umlauf ist. In einem Markt der von Neuheiten überläuft setzt sich der klassische Chanel Duft bis heute durch. Doch was macht den Duft so allseits beliebt? Für viele ist Chanel No. 5 der Inbegriff von Weiblichkeit, Verführung, Selbstbewusstsein und Luxus. Bei Chanel No. 5 wurde zum ersten Mal ein synthetischer Stoff in einem Parfüm eingesetzt. Der Auftraggeber, ein ehemaliger Hofparfümeur des russischen Zaren, stellte Coco Chanel 10 verschiedene Proben zur Verfügung und sie entschied sich für die Probe Nr. 5 – daher der Name. Eine Zutat von Chanel No. 5 ist unter anderem Jasmin, einer der teuersten Duftstoffe der Welt. Damals erinnerte ein Parfüm meist an eine oder vielleicht zwei Blumen. Doch im Chanel Duft wurden weit mehr Duftstoffe verwendet, was das Parfüm so revolutionär machte. «Ein Parfüm für Frauen, das den Duft der Frau trägt.» Mit dieser Vermarktung fand Coco Chanel Anklang bei vielen Frauen, die ihren eigenen Geruch unterstreichen wollten und nicht vollkommen überdecken. Doch auch Marylin Monroe hat noch so einiges für den nötigen Boost von Chanel No. 5 beigetragen.

I only wear Chanel No. 5 to bed

Marilyn Monroe

Escentric Molecule 

Die Escentric Molecule Parfüms sind etwas futuristischer als der 08/15 Duft und brechen die Zutaten auf das Minimum runter. Was bei anderen Parfüms eher eine Explosion von verschiedenen Duftnoten ist, sind bei den Molekül-Parfüms synthetische Molekularstrukturen aus einem Labor. Die Düfte sind unisex, sehr dezent und unterstreichen den eigenen Körperduft so wie kein anderes Parfüm. In der Flasche ist der Duft geruchslos, doch sobald er mit der Haut in Kontakt kommt, entfalten sich die verschiedenen Moleküle und kreieren einen einzigartigen Duft.