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Place of the Month: «The Fontenay»

Ich liebe die Ruhe, das Grün und die Natur – aber eben genau so ein bequemes Bett, eine gute Toilette und einen starken heissen Wasserstrahl in einer schönen Dusche. Nun war ich in Hamburg in einem Hotel, das es geschafft hat, Luxus und Natur zu verbinden: «The Fontenay».

Von Julia Landis

Hamburg, 1801. John Fontenay (ca. 1770–1835), ein amerikanischstämmiger Schiffsmakler, Kaufmann und Reeder, taucht zum ersten Mal in einem Hamburger Adressbuch auf. Bereits im ersten Jahr seiner Ankunft wird er zum Schiffsmakler gewählt. Um 1820 betreut er jedes vierte englische Schiff im Hamburger Hafen. Sein Vermögen investiert er in Grundstücke vor dem damaligen Dammtor, darunter ein grosses Areal zwischen Mittelweg und Aussenalster. Bei seinem Tod umfasst sein Besitz mehr als 80’000 Quadratmeter und heute erinnern unter anderem das Hotel «The Fontenay», die Fontenay-Allee und eine Statue vor dem Hotel an ihn.

Als wir mit dem Taxi durch eine wunderschöne, grüne Wohnsiedlung fahren, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass hier eines der grössten Luxushotels Hamburgs stehen soll. Alles wirkt idyllisch, heimelig und wenig touristisch. Wir biegen in die Strasse Fontenay ein – ein grosses Glasgebäude taucht vor uns auf. Das moderne Hotel stört die wohnliche Atmosphäre und den Park-Flair überhaupt nicht. Es schmiegt sich perfekt in seine Umgebung ein.

Vor dem Eingang werden wir herzlich von einem Portier begrüsst. Der Check-in verläuft schnell und unkompliziert. Ich schaue mich um und frage mich, wie etwas so gross und luxuriös sein und gleichzeitig eine derart warme und wohnliche Atmosphäre versprühen kann.

Wir beziehen unser Hotelzimmer. Einer der drei Lifte bringt uns in den dritten Stock, und wir spazieren durch die langen, geschwungenen Gänge mit ihren Glasfronten. Zimmer 325. Es ist grosszügig, hell und modern, gleichzeitig aber gemütlich und technisch top ausgestattet. Klimaanlage und Licht lassen sich bequem über einen Touchscreen steuern. Auch auf jeder Bettseite befinden sich die wichtigsten Schalter: Vorhänge auf- und zuziehen und – besonders wichtig – vom Bett aus sämtliche Lichter auf einmal ausschalten.

Kurz vor Mittag treffen wir Claudia Bellmann, die PR-Leiterin des «The Fontenay», in der Atrium-Lounge. Von der Decke hängen ganz viele kleine Lichter und in der Mitte des Raumes eine riesige kronleuchterähnliche Lampe. Wir trinken vorzüglichen Tee, während Claudia uns etwas über das Hotel erzählt.

Auf dem Grundstück befand sich zuvor das Hotel InterContinental. Nach dessen Schliessung 2013 wurde es abgerissen. Für den Neubau wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, den das Hamburger Büro Störmer Murphy and Partners mit Jan Störmer gewann. Störmers Grundgedanke hiess «Hotel im Park». Der Grundriss besteht aus drei ineinander verschlungenen Kreisen, die Rücksicht auf die grossen Baumkronen der Bäume, die das Hotel umgeben, nehmen. Das Gebäude sollte also nicht wie ein massiver Fremdkörper auf dem Grundstück stehen, sondern sich in die Landschaft und den alten Baumbestand einfügen. Ich denke an meinen ersten Eindruck bei der Hinfahrt; das hat er definitiv geschafft.

Bei der Tour durchs Hotel fällt mir auf, dass der Respekt vor der Natur im «The Fontenay» überall spürbar ist. Der Innenhof ist wunderschön begrünt, die Hotelbar im sechsten Stock von einer grossen Terrasse umgeben, die einen Panoramablick über die Alster und Hamburg bietet. Das Parkview-Restaurant im Erdgeschoss wiederum öffnet sich mit einer grossen Fensterfront zum Garten.

Die Speisekarten, sowohl in der Bar als auch in den Restaurants, sind vielseitig und reichen von experimentellen Sachen zum Ausprobieren bis zum guten alten Kabeljau. Kleiner Geheimtipp an dieser Stelle: die Rauchmandeln, die einem in der Bar zum Drink serviert werden. Wir haben drei Schälchen davon verschlungen.

Insgesamt verbringen wir drei Tage in Hamburg. Während des Aufenthalts fühle ich mich sehr wohl. Die Mitarbeiter*innen sind aufmerksam, freundlich, aber nicht aufdringlich. Dieser angenehmen Art begegnen wir auch in der Hamburger Innenstadt immer wieder. Minus die Dame, die mich mit ihrem City-Bike umgefahren hat. Meidet den Veloweg!

Tagsüber spazieren wir der Alster entlang, machen ungefähr 600 Bilder von den schönsten Trauerweiden, die ich jemals gesehen habe, und sammeln dabei gut und gerne 28’000 Schritte. Umso schöner ist es, abends in ein Hotel zurückzukommen, in dem man sich von all dem schönen Grün nicht verabschieden muss. Vielleicht ist es genau das, was «The Fontenay» für mich so besonders macht. Es fühlt sich weniger nach einem klassischen Luxushotel und mehr nach einem Rückzugsort mitten in Hamburg an. Ich würde «The Fontenay» deshalb nicht nur Hotelgäst*innen wärmstens empfehlen, sondern auch allen, die Lust auf Natur, moderne Architektur und gleichzeitig eine gemütliche und dennoch luxuriöse Atmosphäre haben. Denn auch ohne Übernachtung lohnt sich ein Besuch definitiv.

15. September 2026

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