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Place of the month: «Belarosa Chalet»

Es gibt Orte, die möchte man nie mehr verlassen. So ging es mir bei meinem Besuch im 2024 eröffneten «Belarosa Chalet» in Arosa. Die Mischung aus Luxus, Privatsphäre und liebevollen Details machen das Hotel zu einer einzigartigen Perle.

Von Leila Alder

Eine lange, heisse Zugfahrt – die Klimaanlage steigt bei 34 Grad Aussentemperatur aus. Es scheint, als habe die RHB metertiefen Schnee besser im Griff als tropische Temperaturen. Verständlich. Auch ich halte die Hitze im Flachland kaum mehr aus und freue mich auf angenehme 25 Grad, die mich in Arosa erwarten sollen.

Doch nicht nur 25 Grad erwarten mich, sondern auch Laura, eine von zehn Mitarbeitenden des «Belarosa Chalet», und der klimatisierte Shuttle. Es ist Lauras zweite Saison im Belarosa Chalet, sie kommt ursprünglich aus Mallorca. Das Gespräch mit ihr ist ebenso angenehm wie die kurze Fahrt, die nicht vor, sondern direkt im gemütlichen Eingangsbereich des «Belarosa Chalet» endet, wo bereits Vizedirektor Tibor auf mich wartet.

Ich bin beeindruckt von der eleganten Anreise. Ebenso von den Kunstwerken eines Künstlers aus Barcelona und dem kleinen, aber feinen Weinkeller, dazu später mehr, an denen mich Tibor auf dem Weg zu meinem Chalet vorbeiführt.

Das 2024 eröffnete «Belarosa Chalet» verbindet die Freiheiten eines privaten Chalets mit den Eigenschaften eines Fünf-Sterne-Hotels – allerdings ohne die klassischen Hotelstrukturen. Das Haus versteht sich als Gegenentwurf zum traditionellen Luxushotel. Im «Belarosa Chalet» finden sich insgesamt zehn Chalets, die Platz für maximal 44 Personen bieten. Jedes davon individuell, mit viel Altholz und mindestens so viel Liebe eingerichtet. Das Konzept basiert auf den sieben Elementen: Wasser, Holz, Feuer, Metall, Erde, Luft und Stein. Diese Elemente prägen die Innenarchitektur, die Einrichtung und die Fassade.

«Mein» Chalet verschlägt mir kurz den Atem und ich frage mich, was ich in meinem Leben alles richtig gemacht habe, um hierhin gelangt zu sein. Es ist 210 Quadratmeter gross, verfügt über drei Schlafzimmer, eine vollausgestattete Küche mit von Hand beschrifteten Küchenbasics und hübschem Geschirr, eine private Sauna, mehrere Badezimmer, ein Cheminée, eine riesige Terrasse, mehrere Balkone und als Highlight: einen verglasten Aussenpool mit direktem Blick in den Himmel und auf die Berge. Via Tablet lässt sich so ziemlich alles im Chalet steuern – vom Lichtambiente bis hin zum perfekten Soundtrack.

Bevor ich mich dem ganzen Luxus hingebe, habe ich aber noch einen Termin mit Aroserin Anna, die mich in meinem Chalet besucht. Sie ist Zeit-Expertin – heisst, sie berät verschiedene Privatpersonen, aber auch Firmen punkto Zeit. Da Zeit mein liebstes Thema zum Philosophieren ist, wählte ich ein Gespräch mit ihr aus den verschiedenen Aktivitäten, die das «Belarosa Chalet» seinen Gäst*innen anbietet. Meine Wahl war richtig: Das Gespräch auf meiner riesigen Terrasse mit Bergpanorama ist inspirierend. Gemeinsam driften wir ab – in die Vergangenheit, in die Zukunft – und suchen nach dem Jetzt, wenn es dieses denn überhaupt gibt.

Geweckt werde ich am nächsten Tag mit dem zarten Klang eines Glöckleins, der mich an Weihnachten bei meinen Eltern erinnert, hier aber den Zmorgen, den ich am Vortag via Tablet ausgewählt und bestellt habe, ankündigen soll. Gespannt begebe ich mich auf den langen Weg von meinem Schlafzimmer in die offene Wohnküche. Das Frühstück wurde nicht nur auf die Sekunde genau zum gewünschten Zeitpunkt geliefert, sondern auch liebevoll auf dem grossen gedeckten Tisch angerichtet.

Ähnlich praktisch funktioniert es mit dem Abendessen. Ein Restaurant sucht man im «Belarosa Chalet» nämlich vergebens – man kommt aber auch nicht auf die Idee. Zum Angebot stehen dafür ein Food Hamper, darin Rezept und Zutaten vom Chef de Cuisine sorgfältig ausgewählt und vorbereitet, zum Selberkochen oder bereits fertige Menüs, die ins Zimmer geliefert werden – wieder inklusive Tischleindeckdich-Service. Wer es ganz exklusiv mag, bestellt sich den Private Chef gleich direkt ins Chalet und schaut ihm bei seiner Kunst zu.

Grundsätzlich gibt es keinen Anlass, das private Chalet während des Aufenthalts zu verlassen. Wer dennoch etwas Abenteuerlust verspürt, ist in kürzester Zeit im Freibad oder am Berg. So wandere ich kurz ins Bärenland, um dann gleich wieder zurück in meinen Pool zu hüpfen.

Nebst Bären und Schwimmen steht heute aber noch etwas anderes auf dem Programm, auf das ich mich seit meiner Ankunft freue: Eine Weindegustation, um die Weinbegleitung für mein Abendessen im sorgfältig kuratierten Weinkeller des «Belarosa Chalet» auszusuchen. David, der für den Weinkeller verantwortlich ist, erläutert das überschaubare, dafür umso beeindruckende Angebot. Besonders Bordeaux-Liebhaber*innen kommen auf ihre Kosten. Darunter einige Raritäten. Unter anderem aus der Sammlung von Jörg Bucherer, Inhaber der Uhren- und Schmuckmarke Bucherer. Daneben finden sich zahlreiche preisweitere Weiss- und Schaumweine aus der Bündner Herrschaft und spannende Rotweine aus Spanien und Italien.

Gemeinsam mit dem Tapas-Menü werden meine persönlichen Wein-Favoriten eine Stunde später direkt in mein Chalet gebracht. Wieder wird der Tisch liebevoll gedeckt und jede einzelne Speise erläutert. Das Abendessen ist ebenso ausgezeichnet wie meine Weinauswahl.

Das Konzept des «Belarosa Chalet» trifft genau meinen Nerv. Ich mag Privatsphäre, bin dennoch Fan von persönlichem Kontakt und individualisierten Gesten in einem Hotel. Dass im «Belarosa Chalet» die Gäst*innen und ihre Bedürfnisse ganz zuoberst stehen, ist in jedem Moment spürbar. Hätte ich das nötige Kleingeld, würde ich mich jeden Sommer in «mein» Skypool-Chalet einmieten und bleiben.

13. Juli 2026

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