Ein Film von Jawad Lasfar

Im Zentrum des Films «Missed Connection» steht ein Brief an seine Mutter, in dem Filmemacher Jawad Lasfar seine Eindrücke und Gedanken von der Reise mit ihr teilt. Er knüpft damit an eine Form des Erzählens an, die ihn an früher erinnert: Erlebnisse ausführlich beschreiben, kleine Beobachtungen teilen und daraus Geschichten entstehen lassen. Mit den Jahren und der räumlichen Entfernung wurden viele ihrer Gespräche kürzer und unmittelbarer. Der Brief schafft einen Raum für eine andere Form der Nähe.
Ursprünglich schrieb Jawad den Text aus seiner eigenen Perspektive. Später entschied er sich, ihn von seiner Mutter lesen zu lassen. Die Gedanken stammen vom Sohn, doch durch ihre Stimme bekommen sie eine neue Nähe. Aus einem Brief an sie entsteht so beinahe ein Gespräch zwischen beiden.


Auch die Musik spielt eine wichtige Rolle in dieser Erzählung. Sie stammt von Karim (Tikita Records), einem marokkanischen Musikproduzenten. Für den Film war die Musik nicht nur Begleitung, sondern ein Teil der Dramaturgie. Sie verbindet Bilder und Erinnerungen miteinander und trägt dort weiter, wo der Brief stiller wird.
Von Anfang an war Jawad wichtig, dass sich der Film auch in seinen einzelnen Elementen mit Marokko verbunden anfühlt. Nicht nur der Ort und die Menschen, sondern auch Stimme, Musik, Bilder und persönliche Erinnerungen sollten aus dieser Verbindung heraus entstehen. Der Film sollte sich nicht nur mit Marokko beschäftigen, sondern möglichst aus ihm heraus erzählt werden.

Das Gefühl, zwischen zwei Orten zu leben, zieht sich durch den Film. In Marokko wird Jawad oft nicht ganz als Marokkaner wahrgenommen, in Deutschland nicht vollständig als Deutscher. Dazwischen bleibt eine Sehnsucht nach Zugehörigkeit, ohne genau zu wissen, wo diese Zugehörigkeit eigentlich liegt.
«Missed Connection» bleibt in diesem Zwischenraum. Der Film sucht weniger nach einer eindeutigen Antwort auf die Frage nach Heimat als nach den Bildern, Klängen, Erinnerungen und Beziehungen, die zwei Orte miteinander verbinden.
Mehr zu Jawad Lasfar unter filmfreeway.com
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22. September 2026