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Im Watt

In seiner Arbeit «Im Watt» untersucht Leon Düllberg das Verhältnis von Mensch und Natur im Anthropozän. Ausgangspunkt sind Porträts von Wissenschaftler*innen, die er während ihrer Feldarbeit im Wattenmeer begleitet hat. Die dabei entstandenen Aufnahmen geben Einblick in eine einzigartige Landschaft, die zunehmend unter den Folgen der globalen Erwärmung leidet.

Von Gastautor*in

Ein Projekt von Leon Düllberg

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, der der deutschen Nordseeküste vorgelagert ist, erstreckt sich von der Elbmündung bis zur dänischen Nordseeinsel Rømø und ist der grösste Nationalpark zwischen dem Nordkap und Sizilien. Er beherbergt mehr als 10’000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten und bietet Schutz für zahlreiche heimische See- und Watvögel.

Leon Düllberg ist ein Porträt- und Dokumentarfotograf aus Norddeutschland. In seiner Arbeit beschäftigt er sich vor allem mit dem Verhältnis zwischen Mensch und Natur und legt dabei einen besonderen Fokus auf ökologische Themen. Seine Fotografien konzentrieren sich auf das Porträt, beziehen je nach Themenschwerpunkt aber auch die Landschaft mit ein, die er als Teil der Menschen und ihrer Umgebung betrachtet und die uns oft in unserem Denken und Handeln beeinflusst.

Nirgendwo sonst auf der Welt hat sich durch den Einfluss der Gezeiten eine vielseitigere und geheimnisvollere Landschaft entwickelt als hier. Trotz seiner Ausweisung als Nationalpark und Teil des UNESCO-Weltnaturerbes ist das Wattenmeer zahlreichen Bedrohungen ausgesetzt. Vor allem die Übernutzung und die Folgen der globalen Erwärmung schaden vielen Tier- und Pflanzenarten und führen zu drastischen Veränderungen innerhalb der Ökosysteme.

Auch der Anstieg des Meeresspiegels, der durch das Abschmelzen des Grönländischen Eisschilds und der Eismassen in der Antarktis weiter voranschreitet, stellt das Wattenmeer und die angrenzende Küste vor grosse Herausforderungen. Die steigenden Wassertemperaturen führen ausserdem dazu, dass sich immer mehr invasive Arten, wie die Pantoffelschnecke, die Meerwalnuss und viele der Seepockenarten, im Wattenmeer ausbreiten. Die Meerwalnuss, die zur Art der Rippenquallen gehört, zählt mittlerweile zu den berüchtigtsten invasiven maritimen Lebewesen und ist für ihren verheerenden Einfluss auf Ökosysteme bekannt. Nicht nur, weil sie mit den heimischen Fischarten um ihre Nahrungsquellen konkurriert, sondern auch, weil sie die Eier und Larven der heimischen Fische frisst und keine nennenswerten Feinde hat.

Auch das Timing der Zugvögel, für die das Wattenmeer die wichtigste Versorgungsstation auf ihrer ostatlantischen Flugroute ist, verändert sich. Hier dienen unter anderem die mühsam gesammelten Daten der Vogelwart*innen als Grundlage, um den grenzübergreifenden Schutz der Zugvögel zu verbessern. Immer mehr Wissenschaftler*innen und Naturschützer*innen beobachten diese weitreichenden Konsequenzen, die die steigenden Wassertemperaturen und CO2-Werte auf die Pflanzen und Tiere im Wattenmeer haben. Die Folgen, die schon jetzt deutlich zu erkennen sind, gelten zunehmend als unaufhaltbar und Teil einer fortwährenden Verschiebung innerhalb der verschiedenen Ökosysteme in der Nordsee.

Für seine Arbeit «Im Watt» hat Leon über mehrere Jahre Wissenschaftler*innen und Naturschützer*innen während ihrer Feldarbeit im Wattenmeer begleitet und porträtiert. Die dabei entstandenen Aufnahmen befassen sich neben der Forschungsarbeit und der Erfahrbarkeit der durch Ebbe und Flut geprägten Landschaft auch mit der sich stetig verändernden Beziehung zwischen Mensch und Natur und geben Einblick in eine einzigartige Landschaft, die zunehmend unter den Folgen der globalen Erwärmung leidet.

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13. Juli 2026

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