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Herzintelligenz mit Leyla Salvadé

Wie wir mit unserem Kopf denken und überdenken wissen wir, doch wie sieht es mit dem Herzen aus? Wenn wir nicht nur funktionieren, sondern auch leben wollen, sollten wir das Denken ab und zu dem sensiblen Organ überlassen. Wie das genau funktioniert, erklärt uns Heart Intelligence Coach Leyla Salvadé.

Von Leila Alder

Viel zu selten verlagern wir unser Bewusstsein in die tieferen Etagen. In die Etagen in denen wir fühlen. Denn unser Herz kann weitaus mehr als nur Blut pumpen.

Bereits in den frühen 70er-Jahren, begann eine kleine Gruppe von Wissenschaftlern mit der Erforschung der Herzintelligenz und auch heute laufen diese, im Institut of HeartMath in Kalifornien, noch auf Hochtouren. Dabei fand man in zahlreichen Studien heraus, dass das Herz ein komplexes intrisisches Nervensystem besitzt – also auch eine Art Gehirn, welches eine starke Einwirkung auf unser Befinden hat. Das Herz ist das erste Anzeichen dafür, dass Leben entsteht. Im Mutterleib beginnt es zu schlagen, noch lange bevor sich das emotionale Gehirn bildet; das rationale Gehirn entwickelt sich sogar noch später. Uns allen ist auch bekannt, dass die Variabilität der Herzfrequenz gemessen und aufgezeichnet werden kann. Sie wird beeinflusst, von dem, was wir denken, fühlen und tun. Das Gefühl, dass einem das Herz vor Angst, Freude oder Überwältigung in die Hose rutscht, kennen wir alle.

Aber die Herzfrequenzvariabilität ist nicht nur Indikator für ein gesundes oder ungesundes Wechselspiel im vegetativen Nervensystem. Viel wichtiger und spannender ist die Tatsache, dass das Herz selbst tiefgreifende Auswirkungen auf die höheren Zentren im Gehirn, auf unsere Wahrnehmungen, geistigen Prozesse, Emotionen und Leistungen hat. Das Herz ist ein hochkomplexes organisiertes, sensorisches Organ, das bei der Herstellung der mentalen und emotionalen Kohärenz eine enorm wichtige Rolle spielt, da es über ein viel weiterentwickeltes Kommunikationssystem mit dem Gehirn verfügt, als die meisten unserer Organe. Spannend hierbei ist der Fakt, dass das Herz weitaus mehr Signale an das Gehirn im Kopf sendet als umgekehrt.

Nebst Kopf und Herz kommt noch ein weiterer Kandidat dazu, der ebenfalls viel zu unserer psychischen und physischen Gesundheit beiträgt: Der Darm. Ziel wäre es, diese Holy Trinity bestmöglich zu verbinden und vor allem, das Herz nicht auszulassen. Denn mit unserem busy Lifestyle, ist der Darm meistens infiziert. Lassen wir das Herz bei der Kommunikation aus, sendet der Darm bereits infizierte Botschaften direkt an unseren Kopf, welche dann da oben ganz schön viel Dreck anrichten können: Psychische Krankheiten oder Unwohlsein.

Grundsätzlich hat der Grossteil der Schweizer Bevölkerung etwas Mühe damit, sich auf unbekannte «Gspürsch-mi, Fühlsch-mi» Topics einzulassen. Das will Leyla Salvadé ändern. Geboren in der Schweiz, aufgewachsen in Amerika, nun nach 15 Jahren zurück – mit speziellen Herz-Skills im Gepäck. Leyla Salvadé ist nämlich Heart Intelligence Coach. Wir haben Sie zum Gespräch getroffen.

Wie kannst du dir erklären, dass so viele Menschen ihr eigenes Herz ignorieren, obwohl es uns am Leben hält?

Seit der Schule sind wir darauf programmiert nur unseren Kopf als Gehirn zu nutzen. Als Kinder sind wir voller Liebe, ganz ohne Beurteilung. Mit ungefähr sechs Jahren beginnt die Programmierung. Es geht darum, den Kopf aufs Erinnern zu trainieren. Was gibt 1+1, an welchem Datum startete welcher Krieg, wie heisst der kleinste Fluss in Neuginea. Wir lernen nur im und für den Kopf. Es wird eine Norm vorgegeben, der gefolgt werden muss. Mensch beginnt damit nicht mehr selbst zu denken, sondern so wie es einem beigebracht wird. Obwohl die natürliche Norm eigentlich genau dem Gegenteil entspricht. Durch die Art, wie unsere Gesellschaft funktioniert, verlieren wir schon früh die Verbindung zu unserem Herzen, wodurch wir einander und der Natur weh tun.

Bild von Paulius Staniunas

Leyla, wie können wir besser auf unser Herz hören?

Es gibt zwei gute Übungen dafür. Nach dem Aufwachen konzentrieren wir uns meistens direkt auf den Kopf. Stattdessen sollte man die Konzentration zuerst zum Herzen lenken, noch eine Weile im unbewussten Zustand bleiben. Lege dafür die Hand auf dein Herz und verbinde dich einen Moment damit. Schau, wie du dich fühlst, was du geträumt hast, wie es dir geht.

Die zweite Übung ist eine Re-Programmierung, die du überall machen kannst. Lege deine Hand auch hier auf dein Herz schliesse deine Augen und sage: «Ich liebe dich» gefolgt von deinem Namen. Vielen Leuten ist diese Übung extrem unangenehm – das ist erschreckend aber auch Ansporn dafür, es so oft wie nur möglich zu machen. Mit der Zeit wird es immer einfacher und du sagst es nicht mehr nur, sondern fühlst es auch.

Was macht ein Heart Intelligence Coach?

Meine Coachings finden alleine oder in Gruppen statt. Zuerst gibt es einen Discovery-Call, wo wir uns austauschen und kennenlernen. Danach stelle ich ein individuelles Programm zusammen, das meistens ca. drei Monate dauert alternativ kann man auch ein Package buchen. Ich arbeite sehr intuitiv mit den Menschen zusammen, ich begleite sie auf dem Weg zu sich selbst und helfe ihnen die Angst zu überwinden, die sie daran hindert. Manchmal braucht man einfach eine externe Person, die einen an der Hand nimmt. Und genau das mach ich. Ich helfe das Selbstbewusstsein zur Selbstliebe aufzubauen. Künftig werde ich auch öfters Instagram live Sessions machen, um mehr Leuten Zugang zur Methode zu gewähren.

Zudem arbeite ich mit Unternehmen und Startups zusammen, um ihren Teams dabei zu helfen, mithilfe von Herzintelligenz mehr Kohärenz und eine bessere Selbstführungs- und Kommunikationsfähigkeiten zu entwickeln, damit die Einzelpersonen und das Unternehmen zu einem florierenden Arbeitsumfeld mit besserer Leistung und besserem Gewinn für alle werden können.

Bild von Heidi Hapanowicz

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Herzintelligenz- Methode während einer Meditation gut funktioniert, doch wie wenden wir sie erfolgreich im turbulenten Alltag an?

Das ist natürlich die grösste Herausforderung. In hektischen Momenten geht man fast natürlich in die Verteidigungsposition. Der Kopf übernimmt und man funktioniert aus der Angst heraus. Das Herz ist ein Muskel und Gehirn gleichzeitig, wir müssen es trainieren, die Verbindung zu ihm stärken. Jeden Tag. So verfügst du, wenn diese Momente kommen, bereits über eine Stärke. Es braucht einen grossen Willen, den Kopf zu verlassen und ins Herz zu kommen. Wenn du nicht gerade einem hungrigen Tiger gegenüber stehst, gibt es immer eine Möglichkeit dich zu beruhigen und deinen Safe Space, der von deinem Herzen aus kommt, um dich herum zu fühlen und die Attacke deines eigenes Kopfes abzuwehren.

Wer noch mehr über Herzintelligenz erfahren möchte, oder selbst mal ein Coaching von Leyla ausprobieren, kann das hier tun.

25. Mai 2021

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