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Don’t hate the n(ex)t

Es ist zu Ende und jetzt beginnt es von vorn. Neu kennenlernen, sich selbst und andere. Vielleicht neu verlieben, vielleicht auch nicht. Nach einer Trennung ist vor einer Enttäuschung. Wie gehen wir damit um, wenn die Ex-Partnerin oder der Ex-Partner vor uns eine neue Liebschaft hat?

Von Sina Schmid

Zuerst tut es mal heftig weh. Ganz à la ich will dich nicht, aber es soll dich auch niemand anderes haben. Vielleicht ist die Verarbeitung noch nicht ganz abgeschlossen.

Besonders dann scheint das neu gefundene Glück des Verflossenen wie ein neuer Hieb gegen das eigene Wohlbefinden. 

Die natürliche Reaktion wird weder eine pragmatische noch eine sehr nette sein. Das ist an sich auch nichts Schlimmes. Gefühle darf man nicht werten, sie sind einfach da. Gedanken jedoch kann man steuern. Eine besonders üble Reaktion ist jedoch das automatische Verfeinden mit der neuen Partnerin oder dem neuen Partner.

Wieso ist das in diesem Fall eine so selbstverständliche Verhaltensweise gegenüber dem Glück von anderen? Was kann die neue Liebe für unseren Schmerz? 

Die Neuen sind (meistens) nicht der Grund für das Ende einer Beziehung. Und auch wenn; der Partner trägt schlussendlich die Verantwortung mit wem er was tut. Die Zukünftigen ersetzen unseren Platz nicht, sie kreieren einen neuen. Der Vergleich zwischen den Parteien hilft niemandem weiter. 

Wut auf den Ex-Partner ist wie gesagt verständlich und nicht zu unterdrücken. Wut auf den neuen Partner jedoch ist irrational und gar gemein.

Nicht selten werden wir in unserem Zorn von unseren Freunden unterstützt, was zwar etwas Liebevolles sein kann, jedoch meist nicht konstruktiv und richtig. Besonders in verletzlichen Zeiten sollte Ehrlichkeit, in einem gewissen Ausmass, nicht verwehrt werden.  

Meistens liegt das Problem nicht bei der neuen Partnerin oder dem neuen Partner, sondern bei uns selbst. Menschen haben Schwierigkeiten damit gewisse Dinge zu akzeptieren, besonders wenn Besagtes uns verletzt hat. 

Das gibt uns aber nicht das Recht die neue Partnerin oder den neuen Partner in eine Position zu bringen, in welcher sie sich angegriffen fühlen müssen. 

Egal was mit der Ehemaligen oder dem Ehemaligen noch zu besprechen, beenden oder verarbeiten ist: Die neu Geliebten sollten kein Bestandteil dessen sein. Richten wir unsere Emotionen und Gedanken doch an die richtige Instanz und nicht an Unschuldige.

Gleichwohl wie altbacken folgender Spruch auch scheinen mag, er hat sich bewährt: Zeit heilt alle Wunden. Im Moment scheint es vielleicht aussichtslos, aber der Schmerz wird vergehen. Klar, gewisse Menschen werden immer einen Platz in unserem Herzen für sich in Anspruch nehmen, aber wenn uns diese Personen wirklich wichtig waren oder es noch immer sind, dann wünschen wir ihnen das Beste. Wenn das Beste nun mal das Glück mit einer neuen Person ist, dann sollte uns das auf eine gewisse Art und Weise auch freuen.

Und das Schönste ist, wenn die neue Liebe der Ex-Partnerin oder des Ex-Partners einem plötzlich sympathisch wird.. Es ist nicht leicht, das sei gesagt, aber böse Worte werden uns nicht an den Punkt bringen, den Punkt der «Gleichgültigkeit» beziehungsweise noch besser, den der positiven Ansichten. Trotzdem tut es uns (und unserem Karma) gut wenn wir es schaffen auch anderen etwas von Herzen zu gönnen. Kann sein, dass wir uns das auch ein wenig einreden müssen, um es schlussendlich auch wirklich zu glauben, zu denken und zu fühlen.