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Body Positivität vs. Selbstliebe

Neulich im McDrive haben meine beste Freundin und ich über Body Positivity diskutiert. Darüber, dass gewisse Menschen es sich schon fast zur Charaktereigenschaft gemacht haben und nur noch Bilder von ihren Körpern posten. Doch, ist Body Positivity gleich Selbstliebe?

Von Sina Schmid

Body Positivity ist ein Ziel und ein Movement zugleich. Dabei geht es um das Teilen und Normalisieren von allen Körpern und nicht nur denen, die dem Ideal entsprechen. Im Fokus steht auch nicht die Gesundheit, sondern die gesellschaftliche Ansicht von Schönheit, welche es zu bekämpfen gilt. Es kann nicht sein, dass Schönheit nur eine Form hat. 

Jedoch gibt es eine ganz klare Unterscheidung zwischen diesem Movement und Selbstliebe. Nur weil jemand seinen Körper in Szene setzt, heisst es nicht, dass Mensch seinen Body (oder sich selbst) auch liebt. Manchmal tut man etwas auch für andere, um zu inspirieren und vielleicht irgendwann auch an den Punkt zu gelangen, an dem man seinen eigenen Körper wirklich so schätzt wie man es wirken lässt. 

Das hängt mit dem Problem von Schein und Sein zusammen. Es kann auch sein, dass Mensch weiss, dass durch das Teilen eine positive Resonanz erzeugt wird. Ergo: Ich lasse es wirken als liebte ich mich selbst, dann bekomme ich viele Komplimente. Oder: Mir sagen alle ich bin hübsch, also präsentiere ich mich so und hoffe auf wiederholte Bestätigung, auch wenn ich mich selbst nicht schön fühle.

Vielleicht ist das zu paradox für manche, die zu schnell urteilen. Denn so wie es aussieht ist es meistens ja doch nicht. Jetzt stellt sich noch die Frage, ob das denn richtig ist. Authentizität ist ja bekanntlich auch etwas Bedeutendes, und geht in den sozialen Medien häufig verloren. Trotzdem ist es beim Body Positivity Movement legitim etwas nicht Vorhandenes darzubieten.

Body Positivity ist definitiv auch ohne Selbstliebe wichtig, weil es so eine Repräsentation der breiten Massen erlaubt. Was wir sehen nehmen wir automatisch auf. Sprich; wenn nur eine gewisse Art von Schönheit in unseren Köpfen präsent ist, finden wir alles andere nicht gut genug. Da Schönheit aber bekanntlich verschiedene Formen aufweist, ist es wichtig alle Körper zu zeigen.

Hinzukommend inspiriert es die Folger irgendwo durch trotzdem, wenn sie denken, dass sich jemand, mit einem Körper, welcher aus der Norm tritt, liebt. Es regt an sich zu hinterfragen wie es bei einem selbst ist. Wie bei jeder anderen Bewegung gibt es auch bei dieser Neinsager. Diese gilt es halt einfach vielmehr zu ignorieren, da es so viel mehr über ihren Selbstwert aussagt als etwas anderes.

Zudem hat Selbstliebe auch nicht unbedingt etwas mit dem Aussehen zu tun, Bodypositivity schon. Klar ist es super wenn man sich selbst auch schön findet, aber eigentlich geht es bei der Selbstliebe darum mit sich im Reinen zu sein und seinen Wert zu kennen. Das ist viel tiefer als das Äussere.